Teil 2: Hard Facts zu der Gründung eines Unternehmens

Liebe Community und fleißige Leser,

Herzlichen Glückwunsch an diejenigen von euch, die gerade dabei sind den zweiten Teil unserer Gründerstory zu lesen. Soweit es uns als Gründerinnen möglich ist, werden wir euch hier Einblicke in die Gründung unseres Unternehmens KristallHalm geben. Bevor wir allerdings, wie in der Überschrift angekündigt, zu den Hard Facts einer Gründung kommen, beachtet bitte, dass wir nur aus unserer eigenen Erfahrung sprechen können. Der Blogpost, den wir hier verfassen beinhaltet keine allgemein gültigen Aussagen und kann auch nicht auf jede Gründung oder auf jedes Unternehmen pauschalisiert werden. Jedes Unternehmen ist einzigartig und bei einer Gründung kann man nicht alles sofort als schwarz/weiß oder richtig/falsch bezeichnen. Jeder macht es eben anders. Unser Ziel bei diesem Blog ist es euch ein paar Anregungen zu geben und euch auf unserer sehr interessanten und lehrreichen Reise als junge Gründerinnen teilhaben zu lassen.

 

Letzte Woche habt ihr in unserer Q&A Story auf Instagram schon viele Fragen über KristallHalm allgemein und die Gründung gestellt. Der Blogpost hier ist auf die meisten eurer Fragen bezüglich Gründung ausgerichtet. Alle anderen Fragen, die ich nicht direkt einbauen konnte, beantworte ich extra weiter unten im Blogpost.

Die ersten Schritte als Gründer

Um die ersten Schritte als Gründer bei KristallHalm erklären zu können, muss ich nochmal auf das Projekt KristallHalm zurückkommen, in dem wir sieben Wochen Zeit hatten ein Produkt zu entwickeln und es zu vermarkten. In der Regel ist die Idee für ein Produkt oder eine Dienstleistung der erste Schritt zu einer Gründung. Bei dem Projekt KristallHalm waren es die Glasstrohhalme. Sobald das Produkt feststeht und der erste Prototyp des Produktes begutachtet und für gut empfunden wurde, ist der nächste Schritt eine Marktanalyse. Einfach erklärt heißt Marktanalyse, dass man sich mit dem potenziellen Markt des künftigen Produktes beschäftigt. Bei KristallHalm hat das in etwa so ausgesehen:

Wir haben uns mit möglichen Kunden (Privatkunden und Geschäftskunden) beschäftigt, Wettbewerber durchleuchtet, Preise verglichen und diskutiert, Feedback von unserer Umgebung eingeholt, usw. Bei der Gründung haben Julia und ich das Gleiche noch einmal gemacht, bloß viel genauer und intensiver. Da während der Gründungsphase zum Glück Semesterferien waren, hatten wir mehrere Wochen Zeit, uns mit dem Thema KristallHalm auseinanderzusetzen. In dieser Phase haben wir, wie gesagt, einmal den Markt komplett durchleuchtet und vor allem verdammt viel geredet, telefoniert, recherchiert und analysiert. Ich betone das deswegen so stark, weil es unausweichlich ist mit seinem Geschäftspartner zu kommunizieren, deshalb sollte da die Beziehung von Anfang an perfekt passen, sonst kommt man auf keinen gemeinsamen Nenner. Man sollte auf einer Augenhöhe sein und dem Anderen uneingeschränktes Vertrauen entgegenbringen, denn das Unternehmen muss zukünftig auch laufen, wenn jemand mal durch Krankheit, Urlaub, etc. ausfällt. Während der Gründungsphase mussten wir uns aber dann nicht mehr mit einem Produkt oder Prototypen beschäftigen, denn das haben wir alles schon im Projekt abgeschlossen und danach so beibehalten. Nach der Marktanalyse haben Julia und ich überlegt, welche Rechtsform für KristallHalm die sinnvollste ist. Mit den Ressourcen und den Plänen, die wir damals hatten, war uns klar, dass entweder ein Einzelunternehmen, eine UG oder eine GbR für uns in Frage kommen kann.

 

 

Schlussendlich haben wir uns für die GbR entschieden, da wir so beide gleichermaßen beteiligte Geschäftsführer sein konnten und gleichzeitig der Gründungsaufwand für uns überschaubar war. Next step war dann die eigentliche Gründung und ein Gesellschaftervertrag. Wir gingen also zu der Gemeinde, wo wir schon vorher intern den Hauptsitz des Unternehmens festgelegt hatten, erklärten, dass wir gern eine GbR gründen wollen, unterschrieben einen Wisch, zahlten 60€ pro Person und fertig. Schwups und schon gehörte uns beiden eine GbR. Klingt einfach? War es bis zu dem Punkt auch. Der kompliziertere Teil der Gründung waren jedoch die Formulare des Finanzamtes, der Berufsgenossenschaft, etc. und vor allem der Gesellschaftervertrag. Wenn mich meineErinnerungen nicht täuschen, haben wir für den Vertrag etwa eine Woche gebraucht, bis er vollständig und unterschrieben war. Man muss aber dazu sagen, dass wir den Vertrag selbst verfasst haben, da uns das Angebot von einem Steuerberater zu teuer war. Einen Gesellschaftervertrag würde ich übrigens jedem empfehlen, der mit einer oder mehreren Personen gemeinsam gründet, denn es werden alle möglichen „Was passiert, wenn...“- Situationen festgelegt, die jedem Teilhaber und dem Unternehmen selbst ein hohes Maß an Sicherheit geben. Bei Kapitalgesellschaften ist dieser Vertrag sowieso verpflichtend (muss da sogar notariell beglaubigt werden, was gerade am Anfang verdammt teuer ist), aber für alle Personengesellschaften spreche ich eine klare Empfehlung aus, denn sonst greift automatisch die Gesetzeslage und die kann in manchen Fällen nicht so angenehm für Unternehmer/-innen und Unternehmen sein. Und natürlich kam nach dem Vertrag wieder jede Menge Papierkram.

Man glaubt gar nicht, wie viel man bei einer Neugründung ausfüllen, ankreuzen und unterschreiben muss. Das weiß man erst, wenn es soweit ist. Natürlich war diese ehrenhafte Aufgabe mir überlassen, genau wie alle Recherchen über Paragraphen und Telefonate mit Ämtern. Aber Julia und ich sind ein faires Duo, denn sie hat sich dafür in der Zwischenzeit um die komplette Website kümmern müssen. Glaubt mir... für jemanden, der noch nie mit Websites gearbeitet hat, ist das am Anfang verdammt hart. Ich persönlich lege es jedem Gründer nahe, so viel wie es geht selbst zu machen und so wenig wie möglich z.B. vom Steuerberater oder Notar machen zu lassen. Erstens ist es meistens verdammt teuer und als Gründer will man sein eigenes Geld meist in sinnvollere Sachen investieren. Zweitens, wenn man es selbst machen muss, lernt man dazu. Wenn man beispielsweise die Steuererklärung von einem Steuerberater machen lässt, zahlt man einen Haufen Geld UND man hat am Ende vom Lied keine Ahnung, was eigentlich gemacht wurde. Man kann nur auf das Wort des Steuerberaters vertrauen. Es ist richtig, dass viele nicht die Ressourcen und die Zeit haben, alles allein zu machen und es gibt auch Unternehmen, bei denen sowas nicht möglich ist. Aber der Lerneffekt ist eben einfach größter und man spart finanzielle Mittel.

 

 

Zurück zum eigentlichen Thema und damit zum Ende der Gründung: Nachdem der ganze organisatorische Kram und die Website erledigt waren, kam dann der große Launch der KristallHalm GbR und die offizielle Eröffnung unserer Website. Damit war unser Unternehmen aus der Gründungsphase raus und der eigentliche Spaß hat begonnen.

Eure Fragen von Instagram

Was habt ihr euch für das Jahr 2020 vorgenommen? Bzw. was ist euer Ziel?

Ich kann euch jetzt schon mal versprechen, dass es in den kommenden Wochen noch einmal einen Launch geben wird, in dem wir euch weitere Farben präsentieren. Noch steht kein genaues Datum fest, aber stellt euch mal auf den April ein. Wir informieren euch natürlich rechtzeitig.

Kleiner Tipp: Langsam kommt der Früüüühling!

 

Für das Jahr 2020 haben wir uns auch vorgenommen, viel Zeit und Energie in unsere Gastronomiekunden zu investieren und neue Geschäftskunden für unser Unternehmen zu begeistern. Unsere Vision hinter KristallHalm ist es ja unseren Kunden zu zeigen, dass Glasstrohhalme allein schon viel zu einer besseren Umwelt beitragen können. Viele Gastronomen tun sich allerdings (verständlicherweise) noch schwer, komplett auf Plastikstrohhalme zu verzichten. Julia und ich wollen den Weg dahin so einfach gestalten, wie es geht.

Ein Ziel für dieses Jahr liegt klar darin, möglichst viel mit der Entwicklung des Unternehmens zu lernen. Wir sind Studenten und gleichzeitig Gründer. Durch unser Studium können wir viele Strategien und Prozesse, die wir lernen, gleich auf unser Unternehmen anwenden. Anders herum zeigt uns KristallHalm was in der Praxis anwendbar ist und was eben, in unserer Situation, nur in der Theorie funktioniert.

Das zweite Ziel kann ich leider noch nicht verraten, aber es geht grob gesagt, um das Thema „Herausforderungen meistern“. Julia und ich werden beide dieses Jahr, von unserem Studium aus, vor eine große Herausforderung gestellt, die auch KristallHalm direkt betrifft. Aber keine Sorge, nicht im negativen Sinne. Unser Ziel ist es, diese Herausforderung so gut es geht, für uns und unser Unternehmen zu meistern. Genaueres folgt vermutlich in den nächsten Monaten, aber seid gespannt.

Was sind eure Pläne für die Zukunft?

Puh. Das ist eine schwierige Frage, da wir beide eher der Typ Mensch sind, der nicht zu weit in die Zukunft blickt. Aber ich versuche deine Frage nach bestem Wissen und Gewissen zu beantworten. Hier an der Stelle muss ich kurz was anmerken. Viele werden sich wahrscheinlich denken: „Aber die Zukunft des Unternehmens steht doch in einem Businessplan?!“ Ja das ist richtig. KristallHalm hat auch einen Businessplan, aber wie in der ersten Frage schon angedeutet, lässt sich nicht alles aus der Theorie tatsächlich in die Praxis umsetzen. Deswegen schreib ich jetzt nur die Dinge auf, die wir mit Sicherheit umsetzen wollen und werden.

Unser Plan für KristallHalm ist generell, das Beste aus dem Unternehmen herauszuholen und so viel neue Erfahrungen und Wissen zu sammeln, wie es geht. Wir werden hart daran arbeiten, um uns weiterzuentwickeln, damit KristallHalm von Tag zu Tag weiter verbessern können. Wir sind noch so jung. Das Unternehmen ist noch so jung. Ich denke, dass sich über die Jahre viele Türen öffnen und schließen werden, wir aufsteigen und fallen und natürlich auch Fehler machen werden. Aber das wichtigste ist, dass KristallHalm ein Herzensprojekt ist. Wir machen es, weil wir es lieben und ich garantiere, dass das auf jeden Fall in Zukunft so bleiben wird.

Wie lang hat es von dem ersten Gedanken bis hin zur Umsetzung und anlaufen des Plans gedauert? 

Im Projekt hat es nicht lang gedauert, da war die Zeitspanne maximal ein paar Tage, da wir nur sieben Wochen Zeit hatten, um ein Unternehmen mit allem Drum und Dran zu entwickeln. Bei der Gründung hat das etwas länger gedauert. Der Beschluss, dass aus dem Projekt KristallHalm ein eingetragenes Unternehmen besteht, war Anfang Juli 2019. Gegründet wurde das Unternehmen (als GbR) am 1. August 2019. Und die offizielle Eröffnung unserer Website und damit der Start zum Verkauf war am 19. Oktober 2019. Also die Umsetzung bei dem Unternehmen hat etwa 3 Monate gedauert. Aber wir haben uns durch die Infos aus dem Projekt einiges an Zeit gespart. Wenn wir wirklich am Anfang gestanden wären, hätten wir vermutlich um die 6 Monate gebraucht.

Vielen Dank fürs Lesen bis hier hin. Falls ihr Fragen habt, könnt ihr uns gerne schreiben. Über Kommentare freuen wir uns immer! 

Bleibt alle gesund & fit! 

Liebe Grüße 

Julia & Maria 

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